Unterstützungen für (Solo-) Selbständige, Kleinst- und Kleinunternehmen und Freiberufler*innen

  • Kurzarbeitergeld: Sie benötigen eine finanzielle Unterstützung, um Ihre Mitarbeitenden / Auszubildenden weiter bezahlen und beschäftigen zu können. 
  • Grundsicherung / Hartz IV: Sie haben wegen Corona kein Einkommen mehr zur Sicherung Ihres Lebensunterhaltes und den Ihrer Familie. 
  • Betriebskosten und Mietzahlungen: Sie möchten Ihre Ausgaben durch Reduzierung oder Aussetzung Ihrer Betriebskosten (u.a. Miete, Lieferkosten, Tilgung) verringern. 
  • Steuerliche Entlastungen: Sie möchten Ihre Ausgaben durch eine Stundung / Verschiebung Ihrer Steuervorauszahlungen verringern. 
  • Beiträge zur Sozialversicherung: Sie möchten Ihre Ausgaben durch eine Stundung / Verschiebung oder Verringerung Ihrer Beiträge zur Sozialversicherung verringern.

Novemberhilfen des Bundes

Die Novemberhilfe des Bundes richtet sich an Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die aufgrund des Beschlusses des Bundes und der Länder vom 28. Oktober 2020 den Geschäftsbetrieb einstellen mussten. Hotels sind ebenfalls antragsberechtigt. Ebenfalls antragsberechtigt sind Unternehmen, die indirekt stark betroffen sind.

Bei Fragen wenden Sie sich an Ihre Ansprechpersonen in Ihrem Bundesland.


Überbrückungshilfe für Kleine und Mittelständische Unternehmen

Die Überbrückungshilfe für Klein- und Mittelständische Unternehmen wird  bis Dezember fortgesetzt. Neu: auch Soloselbständige und Freiberufler*innen können die Hilfen bekommen und Zuschüsse erhalten. Die Anforderungen wurden gesenkt und die Zuschüsse erhöht, maximal 50.000 Euro pro Monat. Damit können Unternehmen für vier Monate bis zu 200.000 Euro erhalten.

Bei Fragen wenden Sie sich an Ihre Ansprechpersonen in Ihrem Bundesland.


Unterstützungen des Bundes

KfW-Schnellkredit: Sie können mit dem Kredit ihre Anschaffungen und laufenden Kosten finanzieren. Der Kredit ist zu 100% abgesichert durch eine Garantie des Bundes.

  • Sie haben weniger als 10 Beschäftigten, dann können Sie von bis zu 300.000 Euro beantragen
  • Sie haben max. 50 Beschäftigte, dann können Sie einen Kredit von max. 500.000 EURO beantragen – aber höchstens 25% Ihres Jahresumsatzes 2019.
  • Sie haben max. 249 Beschäftigte, dann können Sie einen Kredit von max. 800.000 EURO beantragen – aber höchstens 25% Ihres Jahresumsatzes 2019.

Der Zinssatz beträgt 3,00% pro Jahr über eine Laufzeit von 10 Jahren, die ersten 2 Jahre sind ohne Tilgung. Es gibt keine Risikoprüfung durch Ihre Bank und die KfW übernimmt eine 100%ige Risikoübernahme. Voraussetzung ist, dass Sie im Jahr 2019 oder im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019 einen Gewinn erwirtschaftet haben. Wichtig: zusätzlich zum KfW-Schnellkredit können Sie auch die Unterstützungen des Bundes und Ihres Bundeslandes nutzen.
Hier können Sie Ihren Antrag vorbereiten und hier ein Video zur Beantragung.

Bei Fragen wenden Sie sich an Ihre Ansprechpersonen in Ihrem Bundesland.

KfW-Unternehmerkredit: für Unternehmen, die älter als 5 Jahre sind. Die KfW übernimmt bei Klein- und Mittelständischen Unternehmen bis zu 90% der Risiken, die restlichen Risiken müssen die Banken tragen. Der Höchstbetrag ist begrenzt auf 25% des Jahresumsatzes von 2019 oder das Doppelte  der Lohnkosten von 2019 oder den Finanzierungsbedarf für die nächsten 18 Monate oder 50% der Gesamtverschuldung bei Krediten über 25 Mio. EURO. Anträge können von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 50 Mio. Euro gestellt werden.

Weitere erforderliche Unterlagen finden Sie hier:

 

ERP Gründerkredit universell: für Unternehmen, die jünger als 5 Jahre sind. Die KfW übernimmt für Klein- und Mittelständische Unternehmen , Freiberufler*innen und Existenzgründer*innen und Nachfolger*innen bis zu 90% der Risiken. Der Höchstbetrag ist begrenzt auf 25% des Jahresumsatzes von 2019 oder das Doppelte der Lohnkosten von 2019 oder den Finanzierungsbedarf für die nächsten 18 Monate oder 50% der Gesamtverschuldung bei Krediten über 25 Mio. Euro. Bei Krediten bis 3 Mio. Euro verzichtet die KfW auf eine eigene Risikoprüfung und bei Anträgen bis 10 Mio. Euro wird eine vereinfachte Risikoprüfung durchgeführt. Anträge können von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 50 Mio. Euro gestellt werden.

So beantragen Sie die Kredite:

1. Nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Hausbank auf und vereinbaren Sie einen Termin.

2. Ihre Hausbank stellt den Kreditantrag bei der KfW.

3. Die KfW prüft alle Unterlagen und entscheidet über eine Förderung.

4. Sie schließen bei Ihrer Hausbank den Kreditvertrag und danach vergibt die Bank die Mittel.  

Weitere erforderliche Unterlagen finden Sie hier:

 

Eine Übersicht über die Zinssätze der KfW.


Kurzarbeitergeld

Sie benötigen eine finanzielle Unterstützung, um Ihre Mitarbeitenden / Auszubildenden weiter bezahlen und beschäftigen zu können.

Beantragen können Kurzarbeitergeld alle Unternehmen mit mindestens einer sozialversicherungspflichtig beschäftigten Person. Dabei muss bei mindestens 10% der Mitarbeitenden der Bruttolohn um mehr als 10% gekürzt werden. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt 67% des Nettolohnes bei Mitarbeitenden, die mindestens ein Kind haben, und 60% des Nettolohns bei Mitarbeitenden ohne Kinder. Ihnen werden auch die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden voll erstattet. Ihnen werden die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden voll erstattet. Der Bezug des KuG ist bis zu 12 Monate möglich. Auch Leiharbeiter*innen haben Anspruch auf KuG und können in Kurzarbeit gehen. Dies trifft auch auf Auszubildende zu, wenn die Unterbrechung der Ausbildung unvermeidlich ist, bspw. bei Schließung des Unternehmens. Allerdings muss die Ausbildungsvergütung für mindestens 6 Wochen in vollem Umfang weiter gezahlt werden. 

So beantragen Sie Kurzarbeitergeld:

1. Zuerst müssen Sie bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit für Ihr Unternehmen anmelden. Dazu erstellen Sie ein Konto im Bereich „eServices“ auf der Seite der Agentur für Arbeit. Dort finden Sie das Formular für die Meldung. Sie legen der Meldung eine Vereinbarung mit dem Mitarbeitenden zur Kurzarbeit bei.

2. Sie stellen den Antrag auf Kurzarbeitergeld. Das Kurzarbeitergeld kann frühestens ab dem Monat gewährt werden, indem Sie der Agentur für Arbeit den Arbeitsausfall gemeldet haben.

Falls Sie kündigen müssen, sprechen Sie zuvor mit einem/einer Rechtsberater*in.

  • Unternehmerhotline der Bundesagentur für Arbeit: Tel.: 0800 45555 20

 

Achtung: Bitte sofort löschen! Wenn Sie unter der Mailadresse: kurzarbeitergeld@arbeitsagentur-service.de die Aufforderung erhalten Ihr Kurzarbeitergeld zu beantragen, ist dies ein Betrugsversuch. Sofort löschen!


Ergänzende Leistungen von den Jobcentern

Sie haben wegen Corona weniger Umsatz/Einkommen und benötigen Unterstützung / ergänzende Leistungen zum Lebensunterhalt für sich und Ihre Familie.

Sie haben weniger Umsatz / Einkommen und verdienen nicht das Mindesteinkommen zur Sicherung Ihres Lebensunterhaltes, dann können Sie vom Jobcenter ergänzende Leistungen erhalten.

So beantragen Sie ergänzende Leistungen:

  1. Teilen Sie Ihrem Jobcenter die Änderungen bei Ihrem Einkommen mit.

  2. Füllen Sie einen vorläufigen EKS-Bogen aus.

  3. Erklären Sie in einem kurzen Text, warum Sie wegen Corona weniger Umsatz gemacht haben und deswegen ergänzende Leistungen benötigen. Schicken Sie das Formular per Post an Ihr Jobcenter.

Ermittlung Ihres Mindesteinkommens finden Sie hier.

Bei Fragen wenden Sie sich an Ihre Ansprechpersonen in Ihrem Bundesland.


Grundsicherung / Hartz IV

Sie mussten Ihr Unternehmen / Geschäft schließen und verdienen kein Geld mehr zur Sicherung Ihres Lebensunterhaltes und den Ihrer Familie.

Die Regelungen zum vereinfachten Zugang zur Grundsicherung bleiben bis zum 31. März 2021 bestehen.

Wenn Sie keine Arbeitslosenversicherung haben und ihren Lebensunterhalt nicht mehr für sich (und Ihre Familie) sichern können, dann können Sie einen Antrag auf Grundsicherung (Hartz IV) stellen. Sie füllen das Formular „Hauptantrag Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II)“ aus und geben Sie den Antrag beim Jobcenter ab. 

Bei Fragen wenden Sie sich an Ihre Ansprechpersonen in Ihrem Bundesland.


Freiberufler*innen, Solo-Selbstständige, Klein- und Kleinstunternehmen (u.a. Kulturschaffende)

Sie benötigen Unterstützungen wegen Arbeits- und Einkommensausfalles.

Kreditaufnahme: siehe unter Unterstützungen des Bundes 

Kreativschaffende: Sie können eine einmalige Hilfe in Höhe von 250 EURO im Rahmen der sozialen Zuwendungen der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsrechten (GVL) erhalten. Den Antrag finden Sie hier. Schicken Sie den Antrag mit der Einwilligungserklärung an: coronahilfe@gvl.de

Kurzarbeitergeld: wenn Sie Einzelunternehmer*in sind, können Sie kein Kurzarbeitergeld bekommen. Nur Selbständige mit mindestens einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten können Kurzarbeitergeld beantragen (siehe oben).  

Arbeitslosengeld (ALG I): Sie erhalten Arbeitslosengeld, wenn Sie in der Arbeitslosenversicherung sind. Sie müssen Ihre Selbständigkeit nicht vollständig beenden, sondern können weiterhin bis zu 15 Stunden in der Woche arbeiten.

Ergänzende Leistungen / Grundsicherung (Hartz IV / ALG II): Sie verdienen weniger oder haben kein Einkommen, dann können Sie einfacher ALG II Leistungen zum Existenzminimum und zur Abdeckung der Sozialversicherung erhalten: für sechs Monate gilt eine vereinfachte Vermögensprüfung und die Kosten für Unterkunft und Heizung werden ab der Antragstellung in tatsächlicher Höhe anerkannt. Die Leistungen werden zunächst für sechs Monate gewährt und die Selbständigkeit muss nicht aufgegeben werden. Für den Kindergeldzuschlag muss nur der Nachweis des aktuellen Einkommens vom letzten Monat erfolgen. Sie bekommen maximal rückwirkend für den Monatsanfang die ALG II Leistungen, daher sollten Sie so schnell wie möglich einen formlosen Antrag stellen und anschließend alle Unterlagen nachreichen.

Sie fallen nur unter die Grundsicherung, da sie die Krankenversicherungskosten nicht bezahlen können. Dann können Sie einen Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung bekommen ohne dass sie unter das ALG II fallen.  

Verbraucherdarlehen: Sie können Ihre Zahlungspflichten aus Verbraucherdarlehen, die bis zum 30. Juni 2020 gezahlt werden müssen, um drei Monate stunden (aufschieben). Wenn es zu keiner gemeinsamen Lösung nach dem 30. Juni 2020 kommt, müssen Sie die Zahlung wieder durchführen. Allerdings wird der Vertrag um drei Monate verlängert, damit sie nicht doppelt zahlen müssen. Die Regelung gilt bis zum 30. Juni 2020.

Verträge: bei abgeschlossenen, laufenden Verträgen haben Sie sich – wie der Auftraggeber – an die Vereinbarung zu halten. Wenn Sie keine Sonderregelungen getroffen haben, können Sie grundsätzlich davon ausgehen, dass der/die Auftraggeber*in bei der Kündigung eines Vertrages für die finanziellen Folgen aufkommen muss. Dies gilt jedoch nur, wenn ihr Vertrag keine Sonderregelung beinhaltet.  

Entschädigung aufgrund von Quarantäne: nur bei der eigenen Krankenversicherung und unter zwei Bedingungen: 1. Sie haben einen entsprechenden Wahltarif oder eine Krankentagegeldversicherung und 2. Sie haben eine Krankschreibung.

Ausnahme: staatliche Entschädigung gibt es für (Solo-)Selbständige bei einer behördlich angeordneten Quarantäne. Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach dem Durchschnittsgewinn im Jahr 2019. Zudem können Sie Gelder für weitere nicht gedeckte Betriebsausgaben beantragen (Antrag). Sie müssen die Entschädigung innerhalb von 3 Monaten beantragen.

Sozialversicherungen: Die Beiträge zu den verschiedenen Sozialversicherungen (u.a. Kranken-, Unfall-, Renten- und Pflegeversicherung) können gestundet bzw. verringert werden.

Künstlersozialkasse: Hier können Sie zeitnah eine Meldung abgeben. Hinweise finden Sie im Newsbereich der Künstlersozialkasse und dort gibt es auch ein Formular zur Beitragsänderung.

Gesetzliche Krankenkassen: Wenn Sie freiwillig versichert sind und wenn Sie mehr als ein Viertel weniger verdienen als im Vorjahr können Sie einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse stellen. Meistens benötigen Sie als Nachweis einen aktuellen Vorauszahlungsbescheid vom Finanzamt, den Sie zuvor beantragen müssen. Manche Kassen ermöglichen eine dreimonatige Karenzzeit, während der der Beitrag reduziert werden kann. Jedoch müssen Sie mindestens den monatlichen Mindestbeitrag für Kranken- und Pflegeversicherungen von rd. 200 € zahlen.

Gesetzliche Rentenversicherung: Sie können den Beitrag senken, aber dies kann dauern. Sie müssen nachweisen, dass Sie 30% weniger verdienen als in Ihrem letzten Steuerbescheid. Wenn Sie diese Unterlagen vorlegen, wird ihr Beitrag verringert.

Private Kranken- und Rentenversicherung: Sie müssen Ihre Versicherung fragen, ob eine Minderung möglich ist. Aber die Versicherung entscheidet selbst und nicht nach gesetzlichen Bestimmungen.  

Steuern senken: siehe unter Steuerliche Entlastungen.


Kredite / Darlehen von Finanz-/Kreditinstitutionen / Stiftungen / Sonstigen

Kredit: die Volksbank in Ortenau bietet Unternehmen, Selbständigen und Gewerbetreibenden einen Sofortkredit von max. 100.000 EURO an. Der Kredit ist im ersten Jahr tilgungsfrei. Zur Anfrage benötige Sie eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder eine Einnahmeüberschussrechnung für 2017/18 und Informationen zu Ihren Umsatzerlösen 2019. Sie können den Antrag online stellen. Zuvor sollten Sie jedoch eine unverbindliche Anfrage stellen und sich beraten lassen.  

Zuschuss/ Darlehen: Facebook stellt weltweit insgesamt 100 Mio. US Dollar für ca. 30.000 Unternehmen bereit, die durch Corona in die Krise gekommen sind. Grundvoraussetzungen sind: das Unternehmen hat zwischen 2 und 50 Mitarbeitende, existiert seit mehr als einem und ist in der Nähe einer Facebook Einrichtung. Nähere Informationen finden Sie hier.


Betriebskosten und Mietzahlungen

Betriebskosten: Sie möchten Ihre Ausgaben durch Reduzierung Ihrer Betriebskosten senken.
Sie können „bedeutsame Dauerschuldverhältnisse“ – bspw. Strom oder Telekommunikation - vorübergehend aussetzen, wenn sie ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können.

Mietzahlungen / Kündigungsschutz: Sie möchten Ihre Ausgaben durch Stundung Ihrer Mietzahlungen senken.
Aufgrund von Einkommensausfällen können Sie Ihre Miete ab dem 01. April bis zum 30. Juni nicht bezahlen. Ihr Vermieter darf Ihnen deswegen nicht kündigen! Sie müssen keinen komplizierten Nachweis erbringen. Wenn Sie einen privaten Vermieter / eine private Vermieterin haben, nehmen Sie Kontakt auf und klären Sie, ob Ihr Vermieter Ihnen bei der Miete einen Aufschub gibt.


Steuerliche Entlastungen

Sie möchten Ihre Ausgaben durch Steuerliche Entlastungen verringern.

Die Finanzämter können Sie in der aktuellen Lage unterstützen:

Anpassung der laufenden Vorauszahlungen

  • Ihre laufenden Vorauszahlungen zur Einkommenssteuer bzw. Körperschaftssteuer werden angepasst. Dasselbe gilt für den Messbetrag für Zwecke der Gewerbesteuer. Stellen Sie bei Ihrem Finanzamt einen Antrag. Sie müssen belegen, dass sich Ihr Einkommen bereits vermindert hat oder vermindern wird. Die Entscheidung über den Antrag kann dauern, daher sollten Sie gleichzeitig einen „Antrag auf zinslose technische Stundung“ stellen – sonst müssen Sie den ursprünglichen Steuerbetrag zahlen bis ihr Antrag entschieden ist.
  • Bei Einkommens- und Körperschaftssteuer sowie der Umsatzsteuer wird auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden bis zum 31.12.2020 verzichtet und anfallende Säumniszuschläge werden erlassen.
  • Für die Energie- und Luftverkehrssteuer (zuständig die Zollverwaltung) sowie für die Versicherungs- und Umsatzsteuer – wenn das Bundeszentralamt für Steuern diese verwaltet – gelten vergleichbare Maßnahmen.

Aufschieben der Steuerzahlungen

  • Ihre fälligen Steuerzahlungen werden aufgeschoben (gestundet). Die Stundung der Steuerzahlung ist grundsätzlich zinsfrei und der Antrag kann bis zum 31. Dezember 2020 bei Ihrem Finanzamt gestellt werden. Sie müssen begründen, dass Sie von Corona betroffen sind. Dies hat Auswirkungen auf ihre Einkommens- und Körperschaftssteuer sowie auf die Umsatzsteuer.

 

Nehmen Sie sofort Kontakt zu ihrem Finanzamt auf.

Hinweise des Bundesfinanzministeriums: Anlage


Beiträge zur Sozialversicherung

Sie möchte Ihre Ausgaben durch Stundung / Verschiebung oder Verringerung Ihrer Beiträge verringern.

Sie können ihre Beiträge zur Sozialversicherung stunden (aufschieben).

Voraussetzungen sind:

    • trotz dieser Hilfen haben ihre Mitarbeitenden einen erheblichen Lohnverlust.

Als Nachweis ist eine Erklärung, dass sie durch Corona erhebliche Umsatzeinbußen haben, ausreichend. Konkret bedeutet dies: Die fälligen Beiträge für März und April 2020 können gestundet werden, Mahngebühren oder Säumniszuschläge entfallen. In besonderen Fällen kann auch von Vollstreckungsmaßnahmen bei rückständigen oder fälligen Beiträgen abgesehen werden. Ist Ihr Antrag gewährt, dann werden Ihnen auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für freiwillig krankenversicherte Arbeitnehmer*innen gestundet (Spitzenverband der Krankenkassen).

Sie sind (Solo-)Selbständig. Vor einer Stundung müssen Sie prüfen, ob auch eine Verringerung Ihres Beitrages hilft. Hierzu können die Krankenkasse auch glaubhafte Erklärungen von Ihnen über erhebliche Umsatzeinbußen akzeptieren und gelten lassen.

Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, bspw. übernimmt die AOK diese Empfehlung.

Sie beschäftigen Saisonarbeitskräfte. Diese sind jetzt 115 statt 70 Arbeitstage sozialversicherungsfrei. Außerdem ist die Höhe von zusätzlichen Einkommen für Vorruheständler bis Ende 2020 auf 44.590 EURO angehoben und auch die Freigrenzen für Beschäftigte, die Kurzarbeitergeld beziehen, werden erhöht: Nebeneinkünfte bis zur Höhe des eigentlichen Nettolohnes werden nicht angerechnet (bis Oktober 2020).


Beiträge zu privaten Versicherungen

Sie können Ihre Ausgaben durch eine Deckungserweiterung senken.

Einige Versicherer erweitern den Umfang ihrer Policen und wollen Ihren Kunden entgegenkommen.  So werden bspw. Kinder ohne Zusatzkosten zu Hause unfallversichert oder bei der Autoversicherung wird der Fahrerkreis erweitert. Wenn Sie Zahlungsschwierigkeiten haben, bieten einige Versicherung auch eine Stundung der Beiträge an. Zu den Versicherungen gehören u.a. die Münchener Allianz oder Generali. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Versicherung, welche Möglichkeiten Sie haben.


Ansprechpersonen

Eine Liste mit Ansprechpersonen finden Sie auf der jeweiligen Seite Ihres Bundeslandes.