Soforthilfen für (Solo-) Selbständige, Kleinst- und Kleinunternehmen und Freiberufler*innen

  • Kurzarbeitergeld: Sie benötigen eine finanzielle Unterstützung, um Ihre Mitarbeitenden / Auszubildenden weiter bezahlen und beschäftigen zu können. 
  • Grundsicherung / Hartz IV: Sie haben wegen Corona kein Einkommen mehr zur Sicherung Ihres Lebensunterhaltes und den Ihrer Familie. 
  • Betriebskosten und Mietzahlungen: Sie möchten Ihre Ausgaben durch Reduzierung oder Aussetzung Ihrer Betriebskosten (u.a. Miete, Lieferkosten, Tilgung) verringern. 
  • Steuerliche Entlastungen: Sie möchten Ihre Ausgaben durch eine Stundung / Verschiebung Ihrer Steuervorauszahlungen verringern. 
  • Beiträge zur Sozialversicherung: Sie möchten Ihre Ausgaben durch eine Stundung / Verschiebung oder Verringerung Ihrer Beiträge zur Sozialversicherung verringern.
  • Insolvenz: Sie müssen keine Insolvenz-Verschleppung befürchten, wenn Sie nicht frühzeitig eine Insolvenz anmelden.

Soforthilfen des Bundes

Überbrückungshilfe für Kleine und Mittelständische Unternehmen“ startet: Solo-Selbständige, Kleine- und Mittlere Unternehmen und Freiberufler*innen – einschließlich gemeinnützige Unternehmen und Organisationen –, die einen sehr großen Rückgang ihres Umsatzes hatten, können bis zum 31. August einen Antrag auf einen Zuschuss stellen. 

  • Selbständige mit max. 5 Beschäftigten können max. 9.000 EURO bekommen

  • Selbständige mit 6 – 10 Beschäftigten können max. 15.000 EURO bekommen

  • Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigen können bis max. 150.000 EURO bekommen

Die Länder sind verantwortlich für die Umsetzung des Programmes. Bitte schauen Sie daher auf die Seite ihres Bundeslandes und wenden Sie sich bei Fragen an Ihre Ansprechperson in Ihrem Bundesland.

KfW-Schnellkredit: richtet sich an Unternehmen mit 11 bis max. 249 Beschäftigen, die seit Januar 2019 tätig sind. Sie können mit dem Kredit ihre Anschaffungen und laufenden Kosten finanzieren. Der Kredit ist zu 100% abgesichert durch eine Garantie des Bundes.

  • Sie haben max. 50 Beschäftigte, dann können Sie einen Kredit von max. 500.000 EURO beantragen – aber höchstens 25% Ihres Jahresumsatzes 2019.
  • Sie haben max. 249 Beschäftigte, dann können Sie einen Kredit von max. 800.000 EURO beantragen – aber höchstens 25% Ihres Jahresumsatzes 2019.

Der Zinssatz beträgt 3,00% pro Jahr über eine Laufzeit von 10 Jahren, die ersten 2 Jahre sind ohne Tilgung. Es gibt keine Risikoprüfung durch Ihre Bank und die KfW übernimmt eine 100%ige Risikoübernahme. Voraussetzung ist, dass Sie im Jahr 2019 oder im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019 einen Gewinn erwirtschaftet haben. Wichtig: zusätzlich zum KfW-Schnellkredit können Sie auch die Soforthilfe des Bundes und Ihres Bundeslandes nutzen.
Hier können Sie Ihren Antrag vorbereiten und hier ein Video zur Beantragung.

KfW-Unternehmerkredit: für Unternehmen, die älter als 5 Jahre sind. Die KfW übernimmt bei Klein- und Mittelständischen Unternehmen bis zu 90% der Risiken, die restlichen Risiken müssen die Banken tragen. Der Höchstbetrag ist begrenzt auf 25% des Jahresumsatzes von 2019 oder das Doppelte  der Lohnkosten von 2019 oder den Finanzierungsbedarf für die nächsten 18 Monate oder 50% der Gesamtverschuldung bei Krediten über 25 Mio. EURO. Anträge können von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 50 Mio. Euro gestellt werden.

Weitere erforderliche Unterlagen finden Sie hier:

 

ERP Gründerkredit universell: für Unternehmen, die jünger als 5 Jahre sind. Die KfW übernimmt für Klein- und Mittelständische Unternehmen , Freiberufler*innen und Existenzgründer*innen und Nachfolger*innen bis zu 90% der Risiken. Der Höchstbetrag ist begrenzt auf 25% des Jahresumsatzes von 2019 oder das Doppelte der Lohnkosten von 2019 oder den Finanzierungsbedarf für die nächsten 18 Monate oder 50% der Gesamtverschuldung bei Krediten über 25 Mio. Euro. Bei Krediten bis 3 Mio. Euro verzichtet die KfW auf eine eigene Risikoprüfung und bei Anträgen bis 10 Mio. Euro wird eine vereinfachte Risikoprüfung durchgeführt. Anträge können von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 50 Mio. Euro gestellt werden.

So beantragen Sie die Kredite:

1. Nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Hausbank auf und vereinbaren Sie einen Termin.

2. Ihre Hausbank stellt den Kreditantrag bei der KfW.

3. Die KfW prüft alle Unterlagen und entscheidet über eine Förderung.

4. Sie schließen bei Ihrer Hausbank den Kreditvertrag und danach vergibt die Bank die Mittel.  

Weitere erforderliche Unterlagen finden Sie hier:

 

Eine Übersicht über die Zinssätze der KfW.


Kurzarbeitergeld

Sie benötigen eine finanzielle Unterstützung, um Ihre Mitarbeitenden / Auszubildenden weiter bezahlen und beschäftigen zu können.

Beantragen können Kurzarbeitergeld alle Unternehmen mit mindestens einer sozialversicherungspflichtig beschäftigten Person. Dabei muss bei mindestens 10% der Mitarbeitenden der Bruttolohn um mehr als 10% gekürzt werden. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt 67% des Nettolohnes bei Mitarbeitenden, die mindestens ein Kind haben, und 60% des Nettolohns bei Mitarbeitenden ohne Kinder. Ihnen werden auch die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden voll erstattet. Ihnen werden die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden voll erstattet. Der Bezug des KuG ist bis zu 12 Monate möglich. Auch Leiharbeiter*innen haben Anspruch auf KuG und können in Kurzarbeit gehen. Dies trifft auch auf Auszubildende zu, wenn die Unterbrechung der Ausbildung unvermeidlich ist, bspw. bei Schließung des Unternehmens. Allerdings muss die Ausbildungsvergütung für mindestens 6 Wochen in vollem Umfang weiter gezahlt werden. 

So beantragen Sie Kurzarbeitergeld:

1. Zuerst müssen Sie bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit für Ihr Unternehmen anmelden. Dazu erstellen Sie ein Konto im Bereich „eServices“ auf der Seite der Agentur für Arbeit. Dort finden Sie das Formular für die Meldung. Sie legen der Meldung eine Vereinbarung mit dem Mitarbeitenden zur Kurzarbeit bei.

2. Sie stellen den Antrag auf Kurzarbeitergeld. Das Kurzarbeitergeld kann frühestens ab dem Monat gewährt werden, indem Sie der Agentur für Arbeit den Arbeitsausfall gemeldet haben.

Falls Sie kündigen müssen, sprechen Sie zuvor mit einem/einer Rechtsberater*in.

  • Unternehmerhotline der Bundesagentur für Arbeit: Tel.: 0800 45555 20

 

Achtung: Bitte sofort löschen! Wenn Sie unter der Mailadresse: kurzarbeitergeld@arbeitsagentur-service.de die Aufforderung erhalten Ihr Kurzarbeitergeld zu beantragen, ist dies ein Betrugsversuch. Sofort löschen!


Ergänzende Leistungen von den Jobcentern

Sie haben wegen Corona weniger Umsatz/Einkommen und benötigen Unterstützung / ergänzende Leistungen zum Lebensunterhalt für sich und Ihre Familie.

Sie haben weniger Umsatz / Einkommen und verdienen nicht das Mindesteinkommen zur Sicherung Ihres Lebensunterhaltes, dann können Sie vom Jobcenter ergänzende Leistungen erhalten.

So beantragen Sie ergänzende Leistungen:

  1. Teilen Sie Ihrem Jobcenter die Änderungen bei Ihrem Einkommen mit.

  2. Füllen Sie einen vorläufigen EKS-Bogen für den Zeitraum von März bis August aus.

  3. Erklären Sie in einem kurzen Text, warum Sie wegen Corona weniger Umsatz gemacht haben und deswegen ergänzende Leistungen benötigen. Schicken Sie das Formular per Post an Ihr Jobcenter.

Ermittlung Ihres Mindesteinkommens finden Sie hier.


Grundsicherung / Hartz IV

Sie mussten Ihr Unternehmen / Geschäft schließen und verdienen kein Geld mehr zur Sicherung Ihres Lebensunterhaltes und den Ihrer Familie.

Wenn Sie keine Arbeitslosenversicherung haben und ihren Lebensunterhalt nicht mehr für sich (und Ihre Familie) sichern können, dann können Sie einen Antrag auf Grundsicherung (Hartz IV) stellen. Sie füllen das Formular „Hauptantrag Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II)“ aus und geben Sie den Antrag beim Jobcenter ab. Dafür benötigen Sie zusätzlich:

  • Ihren Personalausweis oder ein alternatives Ausweisdokument (Reisepass mit Meldebescheinigung, ausländischer Pass mit aktuellem Aufenthaltstitel oder amtliches Ersatzdokument mit Foto)
  • Sozialversicherungsausweis
  • Kontoauszüge (der vergangenen sechs Monate) 
  • Mietvertrag, Heiz-/Nebenkostennachweis  


Sie können neben dem Regelbedarf für Ihren Lebensunterhalt noch Mietkosten erhalten.

Wenn Sie eine Arbeitslosenversicherung haben, melden Sie sich bei Ihrer Agentur für Arbeit.

Hinweise und Videos der BA


Freiberufler*innen, Solo-Selbstständige, Klein- und Kleinstunternehmen (u.a. Kulturschaffende)

Sie benötigen Soforthilfen wegen Arbeits- und Einkommensausfalles.

Kreditaufnahme: siehe unter Soforthilfen des Bundes 

Kreativschaffende: Sie können eine einmalige Hilfe in Höhe von 250 EURO im Rahmen der sozialen Zuwendungen der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsrechten (GVL) erhalten. Den Antrag finden Sie hier. Schicken Sie den Antrag mit der Einwilligungserklärung an: coronahilfe@gvl.de

Kurzarbeitergeld: wenn Sie Einzelunternehmer*in sind, können Sie kein Kurzarbeitergeld bekommen. Nur Selbständige mit mindestens einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten können Kurzarbeitergeld beantragen (siehe oben).  

Arbeitslosengeld (ALG I): Sie erhalten Arbeitslosengeld, wenn Sie in der Arbeitslosenversicherung sind. Sie müssen Ihre Selbständigkeit nicht vollständig beenden, sondern können weiterhin bis zu 15 Stunden in der Woche arbeiten.

Ergänzende Leistungen / Grundsicherung (Hartz IV / ALG II): Sie verdienen weniger oder haben kein Einkommen, dann können Sie einfacher ALG II Leistungen zum Existenzminimum und zur Abdeckung der Sozialversicherung erhalten: für sechs Monate gilt eine vereinfachte Vermögensprüfung und die Kosten für Unterkunft und Heizung werden ab der Antragstellung in tatsächlicher Höhe anerkannt. Die Leistungen werden zunächst für sechs Monate gewährt und die Selbständigkeit muss nicht aufgegeben werden. Für den Kindergeldzuschlag muss nur der Nachweis des aktuellen Einkommens vom letzten Monat erfolgen. Sie bekommen maximal rückwirkend für den Monatsanfang die ALG II Leistungen, daher sollten Sie so schnell wie möglich einen formlosen Antrag stellen und anschließend alle Unterlagen nachreichen.

Sie fallen nur unter die Grundsicherung, da sie die Krankenversicherungskosten nicht bezahlen können. Dann können Sie einen Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung bekommen ohne dass sie unter das ALG II fallen.  

Verbraucherdarlehen: Sie können Ihre Zahlungspflichten aus Verbraucherdarlehen, die bis zum 30. Juni 2020 gezahlt werden müssen, um drei Monate stunden (aufschieben). Wenn es zu keiner gemeinsamen Lösung nach dem 30. Juni 2020 kommt, müssen Sie die Zahlung wieder durchführen. Allerdings wird der Vertrag um drei Monate verlängert, damit sie nicht doppelt zahlen müssen. Die Regelung gilt bis zum 30. Juni 2020.

Verträge: bei abgeschlossenen, laufenden Verträgen haben Sie sich – wie der Auftraggeber – an die Vereinbarung zu halten. Wenn Sie keine Sonderregelungen getroffen haben, können Sie grundsätzlich davon ausgehen, dass der/die Auftraggeber*in bei der Kündigung eines Vertrages für die finanziellen Folgen aufkommen muss. Dies gilt jedoch nur, wenn ihr Vertrag keine Sonderregelung beinhaltet.  

Entschädigung aufgrund von Quarantäne: nur bei der eigenen Krankenversicherung und unter zwei Bedingungen: 1. Sie haben einen entsprechenden Wahltarif oder eine Krankentagegeldversicherung und 2. Sie haben eine Krankschreibung.

Ausnahme: staatliche Entschädigung gibt es für (Solo-)Selbständige bei einer behördlich angeordneten Quarantäne. Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach dem Durchschnittsgewinn im Jahr 2019. Zudem können Sie Gelder für weitere nicht gedeckte Betriebsausgaben beantragen (Antrag). Sie müssen die Entschädigung innerhalb von 3 Monaten beantragen.

Sozialversicherungen: Die Beiträge zu den verschiedenen Sozialversicherungen (u.a. Kranken-, Unfall-, Renten- und Pflegeversicherung) können gestundet bzw. verringert werden.

Künstlersozialkasse: Hier können Sie zeitnah eine Meldung abgeben. Hinweise finden Sie im Newsbereich der Künstlersozialkasse und dort gibt es auch ein Formular zur Beitragsänderung.

Gesetzliche Krankenkassen: Wenn Sie freiwillig versichert sind und wenn Sie mehr als ein Viertel weniger verdienen als im Vorjahr können Sie einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse stellen. Meistens benötigen Sie als Nachweis einen aktuellen Vorauszahlungsbescheid vom Finanzamt, den Sie zuvor beantragen müssen. Manche Kassen ermöglichen eine dreimonatige Karenzzeit, während der der Beitrag reduziert werden kann. Jedoch müssen Sie mindestens den monatlichen Mindestbeitrag für Kranken- und Pflegeversicherungen von rd. 200 € zahlen.

Gesetzliche Rentenversicherung: Sie können den Beitrag senken, aber dies kann dauern. Sie müssen nachweisen, dass Sie 30% weniger verdienen als in Ihrem letzten Steuerbescheid. Wenn Sie diese Unterlagen vorlegen, wird ihr Beitrag verringert.

Private Kranken- und Rentenversicherung: Sie müssen Ihre Versicherung fragen, ob eine Minderung möglich ist. Aber die Versicherung entscheidet selbst und nicht nach gesetzlichen Bestimmungen.  

Steuern senken: siehe unter Steuerliche Entlastungen.


Kredite / Darlehen von Finanz-/Kreditinstitutionen / Stiftungen / Sonstigen

Kredit: die Volksbank in Ortenau bietet Unternehmen, Selbständigen und Gewerbetreibenden einen Sofortkredit von max. 100.000 EURO an. Der Kredit ist im ersten Jahr tilgungsfrei. Zur Anfrage benötige Sie eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder eine Einnahmeüberschussrechnung für 2017/18 und Informationen zu Ihren Umsatzerlösen 2019. Sie können den Antrag online stellen. Zuvor sollten Sie jedoch eine unverbindliche Anfrage stellen und sich beraten lassen.  

Zuschuss/ Darlehen: Facebook stellt weltweit insgesamt 100 Mio. US Dollar für ca. 30.000 Unternehmen bereit, die durch Corona in die Krise gekommen sind. Grundvoraussetzungen sind: das Unternehmen hat zwischen 2 und 50 Mitarbeitende, existiert seit mehr als einem und ist in der Nähe einer Facebook Einrichtung. Nähere Informationen finden Sie hier.


Betriebskosten und Mietzahlungen

Betriebskosten: Sie möchten Ihre Ausgaben durch Reduzierung Ihrer Betriebskosten senken.
Sie können „bedeutsame Dauerschuldverhältnisse“ – bspw. Strom oder Telekommunikation - vorübergehend aussetzen, wenn sie ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können.

Mietzahlungen / Kündigungsschutz: Sie möchten Ihre Ausgaben durch Stundung Ihrer Mietzahlungen senken.
Aufgrund von Einkommensausfällen können Sie Ihre Miete ab dem 01. April bis zum 30. Juni nicht bezahlen. Ihr Vermieter darf Ihnen deswegen nicht kündigen! Sie müssen keinen komplizierten Nachweis erbringen. Wenn Sie einen privaten Vermieter / eine private Vermieterin haben, nehmen Sie Kontakt auf und klären Sie, ob Ihr Vermieter Ihnen bei der Miete einen Aufschub gibt.


Steuerliche Entlastungen

Sie möchten Ihre Ausgaben durch Steuerliche Entlastungen verringern.

Die Finanzämter können Sie in der aktuellen Lage unterstützen:

Anpassung der laufenden Vorauszahlungen

  • Ihre laufenden Vorauszahlungen zur Einkommenssteuer bzw. Körperschaftssteuer werden angepasst. Dasselbe gilt für den Messbetrag für Zwecke der Gewerbesteuer. Stellen Sie bei Ihrem Finanzamt einen Antrag. Sie müssen belegen, dass sich Ihr Einkommen bereits vermindert hat oder vermindern wird. Die Entscheidung über den Antrag kann dauern, daher sollten Sie gleichzeitig einen „Antrag auf zinslose technische Stundung“ stellen – sonst müssen Sie den ursprünglichen Steuerbetrag zahlen bis ihr Antrag entschieden ist.
  • Bei Einkommens- und Körperschaftssteuer sowie der Umsatzsteuer wird auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden bis zum 31.12.2020 verzichtet und anfallende Säumniszuschläge werden erlassen.
  • Für die Energie- und Luftverkehrssteuer (zuständig die Zollverwaltung) sowie für die Versicherungs- und Umsatzsteuer – wenn das Bundeszentralamt für Steuern diese verwaltet – gelten vergleichbare Maßnahmen.

Aufschieben der Steuerzahlungen

  • Ihre fälligen Steuerzahlungen werden aufgeschoben (gestundet). Die Stundung der Steuerzahlung ist grundsätzlich zinsfrei und der Antrag kann bis zum 31. Dezember 2020 bei Ihrem Finanzamt gestellt werden. Sie müssen begründen, dass Sie von Corona betroffen sind. Dies hat Auswirkungen auf ihre Einkommens- und Körperschaftssteuer sowie auf die Umsatzsteuer.

 

Nehmen Sie sofort Kontakt zu ihrem Finanzamt auf.

Hinweise des Bundesfinanzministeriums: Anlage


Beiträge zur Sozialversicherung

Sie möchte Ihre Ausgaben durch Stundung / Verschiebung oder Verringerung Ihrer Beiträge verringern.

Sie können ihre Beiträge zur Sozialversicherung stunden (aufschieben).

Voraussetzungen sind:

    • trotz dieser Hilfen haben ihre Mitarbeitenden einen erheblichen Lohnverlust.

Als Nachweis ist eine Erklärung, dass sie durch Corona erhebliche Umsatzeinbußen haben, ausreichend. Konkret bedeutet dies: Die fälligen Beiträge für März und April 2020 können gestundet werden, Mahngebühren oder Säumniszuschläge entfallen. In besonderen Fällen kann auch von Vollstreckungsmaßnahmen bei rückständigen oder fälligen Beiträgen abgesehen werden. Ist Ihr Antrag gewährt, dann werden Ihnen auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für freiwillig krankenversicherte Arbeitnehmer*innen gestundet (Spitzenverband der Krankenkassen).

Sie sind (Solo-)Selbständig. Vor einer Stundung müssen Sie prüfen, ob auch eine Verringerung Ihres Beitrages hilft. Hierzu können die Krankenkasse auch glaubhafte Erklärungen von Ihnen über erhebliche Umsatzeinbußen akzeptieren und gelten lassen.

Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, bspw. übernimmt die AOK diese Empfehlung.

Sie beschäftigen Saisonarbeitskräfte. Diese sind jetzt 115 statt 70 Arbeitstage sozialversicherungsfrei. Außerdem ist die Höhe von zusätzlichen Einkommen für Vorruheständler bis Ende 2020 auf 44.590 EURO angehoben und auch die Freigrenzen für Beschäftigte, die Kurzarbeitergeld beziehen, werden erhöht: Nebeneinkünfte bis zur Höhe des eigentlichen Nettolohnes werden nicht angerechnet (bis Oktober 2020).


Beiträge zu privaten Versicherungen

Sie können Ihre Ausgaben durch eine Deckungserweiterung senken.

Einige Versicherer erweitern den Umfang ihrer Policen und wollen Ihren Kunden entgegenkommen.  So werden bspw. Kinder ohne Zusatzkosten zu Hause unfallversichert oder bei der Autoversicherung wird der Fahrerkreis erweitert. Wenn Sie Zahlungsschwierigkeiten haben, bieten einige Versicherung auch eine Stundung der Beiträge an. Zu den Versicherungen gehören u.a. die Münchener Allianz oder Generali. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Versicherung, welche Möglichkeiten Sie haben.


Insolvenz

Sie müssen keine Insolvenz-Verschleppung befürchten, wenn Sie nicht frühzeitig eine Insolvenz anmelden.

Die Pflicht einen Antrag auf Insolvenz zu stellen wird bis zum 30. September ausgesetzt und die Pflicht der 3-Wochen Pflicht zur Meldung der Insolvenz entfällt. Zudem werden Haftungserleichterungen für Geschäftsleiter bezüglich von Zahlungen nach Eintritt der Insolvenzreife geschaffen. Das Recht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens soll bis zum 30. Juni eingeschränkt werden.

Ansprechpersonen

Baden-Württemberg:
Alexandra Yildirim, 
Interkulturelles Bildungszentrum Mannheim gGmbH 
E-Mail: alexandra.yildirim@ikubiz.de 
Tel.: 0621 43712212 

Giampaolo Silvestri,
Pro Social Business e.V.,
E-Mail: coronaservice@prosocialbusiness.de
Tel.: 0621-70291555 

Bayern:
Rainer Aliochin,
AAU e.V. Nürnberg,
E-Mail: ali@aauev.de
Tel.: 0911- 23986689

Berlin:
Begoña de la Marta,
frauenalia e.V.
E-Mail: info@frauenalia.com
Tel.: 030-28 65 63 04

Brandenburg:
Julia Plotz,
Social Impact gGmbH, 
E-Mail: plotz@socialimpact.eu
Mobil: +49(0)176 16 11 34 94

Anne Flath,
IQ Projekt Qualifizierung von Migrantenunternehmen 
E-Mail: flath@socialimpact.eu
Mobil: +49(0) 0176 16 11 35 10

Bremen:
Agnes Knelangen,
WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH,
E-Mail: agnes.knelangen@wfb-bremen.de
Tel.: 0421-163 399 473

Hamburg:
Katarzyna Rogacka-Michels,
asm e.V.,
E-Mail: katarzyna.rogacka@asm-hh.de
Tel.: 040-36138-768

Asja Meretzki,
IQ Projekt Brücke ins Handwerk –  Servicestelle für Handwerksbetriebe und Innungen  
Handwerkskammer Hamburg
E-Mail: asja.meretzki@elbcampus.de
Tel.: +49 40 35905-696

Hessen
Anja Kallabis-von Salzen, 
„MigrantenUnternehmen und Vielfalt (MUV )“ (KUBI) 
E-Mail: iq-hessen@kubi.info
Tel.: 069-87 00 258-31 / 32

Ramona Lange,
Frauenbetriebe e.V.,
E-Mail: ramona.lange@jumpp.de
Tel.: 069-715 89 55-0

Mecklenburg-Vorpommern:
Carmen Ziegler,
Flüchtlingsrat M-V e.V.,
E-Mail: iq@fluechtlingsrat-mv.de
Tel.: 0152-08651380

Niedersachsen:
Falk Spörlein,
RKW Nord GmbH
E-Mail: Spoerlein@rkw-nord.de
Tel.: 0541-600 815-23

Nordrhein-Westfalen:
Martin Kaufmann,
VJAAD Migrafrica e.V. Köln,
E-Mail: kaufmann@migrafrica.org
Tel.: 0178 - 3293021 / 0221 - 99390435

Rheinland-Pfalz:
Karin Silvestri,
Pro Social Business UG,
E-Mail: iq-service-rlp@prosocialbusiness.de
Tel.: 06321-9653100  

Nadine Schubert,
Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz
E-Mail: nadine.schubert@kvmyk.de 
Tel.:02632-9254-90

Saarland:
Stefanie Valcic-Manstein,
FITT gGmbH,
E-Mail: valcic-manstein@gim-htw.de  
Tel.: 0681-5867-708

Sera Babakus,
FITT gGmbH, 
E-Mail: babakus@gim-htw.de
Tel.: 0681-5867-99013

Sachsen:
Fachinformationszentrum Zuwanderung
E-Mail: fizu-leipzig@exis.de
Tel.: 0800 / 772 30 00

Sachsen-Anhalt:
Elke Orlowski,
Institut für Berusfpädagogik
E-Mail: orlowski@ibp-bildung.de

Schleswig-Holstein:
Stefanie Kohlmorgen,
Frauennetzwerk zur Arbeitssituation e.V.
E-Mail: stefanie.kohlmorgen@frauennetzwerk-sh.de
Tel.: 0431 - 300 347 16

Ludmilla Babayan,
Integration durch Qualifizierung Schleswig-Holstein
E-Mail: souveraen@frsh.de
Tel.: 0431 556-853-67

Thüringen:
Johannes Cämmerer,
Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft e. V.
E-Mail: Caemmerer@bwtw.de
Tel.:  0361 60155-343
Mobil: 0171 4957080