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Anerkennung in Deutschland

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Was brauche ich?

Sie leben in einem Land, das nicht zur Europäischen Union (EU), zum europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder zur Schweiz gehört. Sie haben in diesem Land eine Qualifikation als Fachkraft erworben, beispielsweise einen Studienabschluss oder einen Berufsabschluss. Sie möchten in Deutschland selbständig tätig werden.

Hier erfahren Sie, wo und wie Sie den erforderlichen Aufenthaltstitel beantragen und danach Ihre selbständige Tätigkeit anmelden. Diese Schritte unterscheiden sich, wenn Sie ein Gewerbe eröffnen möchten oder als Freiberufler/in selbständig werden möchten.

Gewerbe oder freier Beruf

Was ist ein Gewerbe? Was ist eine freiberufliche Tätigkeit?


Aufenthaltstitel beantragen


Aufenthaltstitel zur Gewerbeeröffnung beantragen

Wenn Sie ein Gewerbe eröffnen wollen, dann müssen Sie bei der zuständigen Auslandsvertretung der Bundesrepublik Deutschland in Ihrem Land einen Antrag auf einen Aufenthaltstitel nach § 21 AufenthG stellen. Die Auslandsvertretung benötigt folgende Unterlagen von Ihnen:

  • Einen gültigen Reisepass Ihres Heimatlandes, manchmal auch eine Meldebescheinigung vom Einwohneramt.
  • Einen Nachweis, dass Sie die formalen Anforderungen und Qualifikationen für Ihre selbständige Tätigkeit erfüllen.
  • Unterlagen aus denen hervorgeht, dass Sie mit Ihrer Selbständigkeit in der Region, in der Sie sich selbständig machen wollen,
    (i) die wirtschaftlichen Interessen berücksichtigen,
    (ii) positive Auswirkungen für die Wirtschaft erzielen und
    (iii) die Finanzierung Ihrer Selbständigkeit und Ihres Lebensunterhaltes gesichert ist.
    Die Beurteilung Ihrer Unterlagen richtet sich nach der wirtschaftlichen Tragfähigkeit Ihrer Geschäftsidee – können Sie Gewinn erzielen -, Ihren unternehmerischen Erfahrungen, der Investitionshöhe, den möglichen Auswirkungen auf die Beschäftigungs- und Ausbildungssituation der Region und dem möglichen Beitrag für Innovation und Forschung.

Aufenthaltstitel für eine freiberufliche Tätigkeit beantragen

Wenn Sie sich in einem freien Beruf selbstständig machen wollen, müssen Sie einen Antrag auf den Aufenthaltstitel nach § 21 Absatz 5 Aufenthaltgesetzes stellen. Erforderlich sind:

  • Ein gültiger Reisepass Ihres Heimatlandes, manchmal auch eine Meldebescheinigung vom Einwohneramt.
  • Ein Nachweis, dass Sie die formalen Anforderungen und Qualifikationen für Ihre selbständige Tätigkeit erfüllen.
  • Nicht immer nötig sind Unterlagen aus denen hervorgeht, dass Sie mit Ihrer Selbständigkeit in der Region, in der Sie sich selbständig machen wollen,
    (i) die wirtschaftlichen Interessen berücksichtigen,
    (ii) positive Auswirkungen für die Wirtschaft erzielen und
    (iii) die Finanzierung Ihrer Selbständigkeit gesichert ist.
  • Aber ein Businessplan ist erforderlich, um Ihre selbständige Tätigkeit zu beschreiben und um Ihre Berufserfahrungen oder Erfahrungen als Selbständige/r zu benennen.
  • Auch muss deutlich werden, dass Sie Ihren Lebensunterhalt sicherstellen können.

Rufen Sie uns an oder mailen Sie uns, wenn Sie Fragen haben! Wir zeigen Ihnen kreative Wege.

Businessplan

Die Ausländerbehörde verlangt einen Businessplan, um über Ihren Antrag auf die Aufenthaltsgenehmigung zu entscheiden. Ein Businessplan hilft Ihnen nicht nur, Ihre Schritte zur Gründung und die Anforderungen für eine Gründung besser zu überblicken und zu reflektieren. Er ist in den meisten Fällen auch erforderlich, wenn Sie Finanzmittel, beispielsweise als Kredit von einer Bank, benötigen.
In einem Businessplan steht vor allem: Warum Ihre Idee gut ist. Wer Ihre Kunden sind und wie Sie diese erreichen. Warum Sie besser als die Konkurrenz sind. Wie Sie mit Ihrem Unternehmen Geld verdienen können. Wie Sie Ihr Unternehmen finanzieren.

Wenn Sie von der Auslandsvertretung einen positiven Bescheid bekommen, erhalten Sie von dort auch ein Visum, mit dem Sie nach Deutschland zum Zweck der Selbständigkeit einreisen können. Dort müssen Sie sich zunächst bei der zuständigen Ausländerbehörde anmelden. Um die zuständige Ausländerbehörde zu finden, geben Sie unter www.behoerdenfinder.de das Suchwort „Ausländerbehörde“ und den Ort in Deutschland ein, in dem Sie sich selbständig machen möchten beziehungsweise in dem Sie wohnen.

Wenn die Auslandsvertretung meinen Antrag ablehnt

Nehmen Sie in diesem Fall vor allem die Unterstützung von Beraterinnen und Beratern in Anspruch; wenn Sie keinen Berater oder Beraterin haben, wenden Sie sich an unsere Ansprechpersonen. Diese werden Sie bei folgenden Schritten begleiten:

  • Bitten Sie die Auslandsvertretung, Ihnen schriftlich die Gründe für die Ablehnung mitzuteilen.
  • Vielleicht sind es nur formale Gründe, die zu einer Ablehnung führten.
  • Sollten es inhaltliche oder sonstige Gründe sein, werden wir versuchen, Ihnen weiterzuhelfen.

Hinweise zur Aufenthalts-/Niederlassungserlaubnis

Die Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit nach § 21 des Aufenthaltsgesetzes ist zunächst befristet. Wenn Ihre Geschäftsidee erfolgreich und der Lebensunterhalt für Sie und Ihre Familie sichergestellt ist, können Sie nach drei Jahren (bei einem Gewerbe) beziehungsweise nach fünf Jahren (bei einem freien Beruf) Ihre Niederlassungserlaubnis in Deutschland beantragen.

Hinweise für Akademiker/innen

Akademikerinnen und Akademiker, die einen in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss haben oder einen Hochschulabschluss, der mit einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbar ist, haben noch eine weitere Möglichkeit. Sie können bei der zuständigen Auslandsvertretung der Bundesrepublik Deutschland in ihrem Land einen Antrag nach § 18c AufenthG für ein sechsmonatiges Visum zur Planung und Umsetzung einer selbständigen Tätigkeit in Deutschland stellen. Die Auslandsvertretung benötigt folgende Unterlagen von Ihnen:

  • einen gültigen Reisepass ihres Heimatlandes, manchmal auch eine Meldebescheinigung vom Einwohneramt, 
  • einen Nachweis, dass Sie über einen anerkannten Hochschulabschluss verfügen oder einen Hochschulabschluss, der einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbar ist,
  • einen Nachweis, dass Sie Ihren Lebensunterhalt während der beantragten sechs Monate sichern können, da Sie während Ihres Aufenthaltes in Deutschland keiner Beschäftigung oder Selbständigkeit nachgehen dürfen.

Wenn Sie den Aufenthaltstitel erhalten haben, können Sie nach Deutschland einreisen. Nachdem Sie sich bei Ihrer zuständigen Ausländerbehörde angemeldet haben, können Sie innerhalb des sechsmonatigen Aufenthaltes eine selbständige Tätigkeit nach § 21 Absatz 1 AufenthG für ein Gewerbe und nach § 21 Absatz 5 AufenthG für einen freien Beruf beantragen. Während dieser Zeit können Sie die Vorbereitungen für Ihre selbständige Tätigkeit umsetzen, dürfen jedoch keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Anforderungen und die notwendigen Unterlagen, die Sie der Ausländerbehörde vorlegen müssen, finden Sie hier.


Anmeldung der selbständigen Tätigkeit

Wenn Sie sich in Deutschland bei der Ausländerbehörde gemeldet haben, ist der nächste Schritt für den Start in Ihre Selbständigkeit in Deutschland eine Gewerbeanmeldung oder die Registrierung beim Finanzamt. Letztgenanntes gilt für freie Berufe.


Ein Gewerbe anmelden
Für die Anmeldung Ihres Gewerbes gehen Sie zum Gewerbeamt der Stadt, der Gemeinde oder des Landkreises, in dem Sie leben beziehungsweise in dem Sie sich selbständig machen wollen. Die Kontaktdaten des Gewerbeamts erhalten Sie im örtlichen Bürgerbüro oder Sie schauen im Internet nach, unter: http://www.bmwi-wegweiser.de/suche/behoerden/. Wählen Sie dort „Gewerbeamt“ und geben Sie anschließend die Postleitzahl oder den Ort an, in dem Sie Ihr Unternehmen gründen möchten. Sie erhalten alle Kontaktdaten und Öffnungszeiten des zuständigen Gewerbeamtes. Oft finden Sie auf den Internetseiten der Gewerbeämter Formulare zur Gewerbeanmeldung; manche Ämter erwarten, dass solche Formulare bereits ausgefüllt zu einem persönlichen Termin mitgebracht werden.
Für die Anmeldung eines Gewerbes benötigen Sie:

  • Einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, manchmal auch eine Meldebescheinigung vom Einwohneramt.
  • Einen Nachweis, dass Sie die Anforderungen an den Berufsstand erfüllen. 
  • Eine Aufenthaltsgenehmigung, die die Erlaubnis beinhaltet, eine selbständige gewerbliche Tätigkeit auszuüben.
  • Zehn bis 50 Euro für die Anmeldegebühr.
  • Für erlaubnispflichtige Gewerbe benötigen Sie zudem ein polizeiliches Führungszeugnis oder die Auskunft aus dem Gewerbezentralregister.
  • Für Reisegewerbe benötigen Sie eine Reisegewerbekarte. Dazu müssen Sie zusätzlich ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und eine Gebühr zwischen 40 und 770 Euro zahlen. Die Reisegewerbekarte müssen Sie bei der Ausübung Ihrer Tätigkeit immer mitführen.

Eine freiberufliche Tätigkeit anmelden
Wenn Sie sich in einer freiberuflichen Tätigkeit selbständig machen wollen, müssen Sie sich beim Finanzamt anmelden. Die Meldung erfolgt formlos, das heißt, es gibt kein Formular, sondern Sie formulieren selbst einen Brief mit einer kurzen Beschreibung ihres Gründungsvorhabens. Das Finanzamt schickt Ihnen daraufhin einen „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ und erteilt Ihnen eine Steuernummer. Außer der Anmeldung beim Finanzamt sind für die meisten freiberuflichen Tätigkeiten bestimmte Qualifikationen, finanzielle Voraussetzungen und oder andere Bedingungen zu erfüllen. Diese Anforderungen erfahren sie hier.

Sie haben Fragen zu den Anforderungen einer Selbständigkeit? Sie wünschen sich Unterstützung dabei, alle erforderlichen Unterlagen zu bekommen? Wenden Sie sich an eine unserer Ansprechpersonen – wir helfen Ihnen weiter!

Ansprechpersonen

Dr. Ralf Sänger

Dr. Ralf Sänger
IQ Fachstelle Migrantenökonomie
Mainz
+49 (0)6131 9061855
E-Mail

Rainer Aliochin

Rainer Aliochin
AAU e.V.
Nürnberg
+49 (0)911 23986689
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