Links zu anderen Internetplattformen

Make it in Germany

Exist

Existenzgruender.de

Was brauche ich?

Sie stammen aus einem Land, das nicht zur Europäischen Union (EU), dem europäischer Wirtschaftsraum (EWR) oder der Schweiz gehört. Sie leben in Deutschland, um hier an einer Universität oder an einer Hochschule zu studieren oder zu promovieren. Als Angehörige oder Angehöriger eines Drittstaates können Sie sich unter drei Voraussetzungen in Deutschland selbständig machen:

  1. Sie dürfen mit Ihrer selbständigen Tätigkeit Ihren Studienabschluss beziehungsweise Ihre Promotion nicht gefährden. Daher dürfen Sie nur im Nebenerwerb selbständig sein, denn Ihre hauptberufliche Beschäftigung ist Ihr Studium oder Ihre Promotion. Es gibt in Deutschland zwar keine zeitliche Beschränkung, wann aus einem Nebenerwerb ein Vollerwerb wird. Doch damit Sie Ihren Status als Student oder Studentin nicht verlieren, dürfen Sie nicht mehr als 20 Stunden pro Woche für Ihre selbständige Tätigkeit einplanen. Bei einer Beschäftigung über 20 Stunden verlieren Sie bei der Krankenkasse Ihren Studentenstatus – das bedeutet, Ihre Krankenversicherung wird deutlich teurer.
  2. Sie müssen die Anforderungen an die selbständige Tätigkeit erfüllen, die in Deutschland an den Beruf gestellt werden, in dem Sie gründen möchten. Welche Anforderungen das sind, erfahren Sie unter „Was darf ich?“ 
  3. Sie müssen bei der zuständigen Ausländerbehörde die Erlaubnis zur Ausübung einer Selbständigkeit nach § 21 Abs. 6 AufenthG beantragen. Dieser gestattet Ihnen eine selbständige Tätigkeit. Als Studierende/r oder Promovierende/r haben Sie einen Aufenthaltstitel nach § 16 Abs. 1 AufenthG. Diesen Aufenthaltstitel behalten Sie auch weiter. Hier können Sie nachlesen, was im Aufenthaltsgesetz zu § 16 und § 21 steht. Die Ausländerbehörde prüft, ob Sie mit Ihrer geplanten Selbständigkeit im Nebenerwerb die anderen genannten Voraussetzungen erfüllen.

Nebengewerbe und Beschäftigung

Mit der Erlaubnis zur Selbständigkeit im Nebengewerbe verlieren Sie nicht die gesetzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten nach § 16 Abs. 3 AufenthG. Sie dürfen weiter  an 120 Tagen im Vollerwerb beziehungsweise an 240 Tagen halbtags beschäftigt sein.

Rufen Sie uns an oder mailen Sie uns, wenn Sie Fragen haben! Wir zeigen Ihnen kreative Wege.

Business plan

Wir empfehlen Ihnen die Erstellung eines Businessplanes, um Ihre Selbständigkeit im Nebenerwerb umzusetzen. Ein Businessplan hilft Ihnen nicht nur, Ihre Schritte zur Gründung und die Anforderungen für eine Gründung besser zu überblicken und zu reflektieren. Er unterstützt Sie auch bei Ihrem Antrag zur Ausübung einer Selbständigkeit nach § 21 Abs. 6 AufenthG. Sie können mit Ihrem Businessplan der Ausländerbehörde verdeutlichen, dass Sie Ihre Selbständigkeit im Nebenerwerb und nicht im Vollerwerb planen und aufzeigen, dass Ihr Studium weiter vorrangig ist.

Wenn die Ausländerbehörde meinen Antrag ablehnt

Nehmen Sie in diesem Fall vor allem die Unterstützung von Beraterinnen und Beratern in Anspruch. Wenn Sie keinen Berater haben, wenden Sie sich an unsere Ansprechpersonen. Diese werden Sie bei folgenden Schritten begleiten:  

  • Erkundigen Sie sich bei der Ausländerbehörde nach den Gründen für die Ablehnung.
  • Wenn formale Gründe angegeben werden, also beispielsweise fehlende Dokumente, dann reichen Sie diese nach.
  • Wenn inhaltliche Gründe bezogen auf Ihre Gründungsidee und Umsetzung angegeben werden, überarbeiten Sie Ihren Businessplan und / oder holen sich Unterstützung - am besten bei der Gründungsberatung, die Sie schon vorher unterstützt hat. Für den Fall, dass Sie noch keine Gründungsberaterinnen oder keinen -berater haben, finden Sie diese zum Beispiel an Ihrer Universität oder Sie nehmen Kontakt zu unseren Ansprechpersonen auf.
  • Wenn Gründe in Bezug auf Ihre persönlichen und unternehmerischen Kompetenzen angegeben werden, fragen Sie bei Ihrer Gründungsberatung an der Hochschule, bei der örtlichen Kammer oder der Wirtschaftsförderung, ob ein Seminar oder Ähnliches angeboten wird, mit dem Sie die erforderlichen Kompetenzen erwerben können. Sie können sich auch gerne an unsere Ansprechpersonen wenden, wir versuchen, Ihnen weiterzuhelfen.

Eine selbständige Tätigkeit anmelden

Wenn Sie von Ihrer Ausländerbehörde einen positiven Bescheid zur Änderung des Aufenthaltstitels bekommen, ist der nächste Schritt für den Start in Ihre Selbständigkeit in Deutschland eine Gewerbeanmeldung oder die Registrierung beim Finanzamt. Letztgenanntes gilt für freie Berufe.

Gewerbe oder freier Beruf

Was ist ein Gewerbe? Was ist eine freiberufliche Tätigkeit?


Ein Gewerbe anmelden
Für die Anmeldung Ihres Gewerbes gehen Sie zum Gewerbeamt der Stadt, der Gemeinde oder des Landkreises, in dem Sie leben beziehungsweise in dem Sie sich selbständig machen wollen. Die Kontaktdaten des Gewerbeamts erhalten Sie im örtlichen Bürgerbüro oder Sie schauen im Internet nach, unter: http://www.bmwi-wegweiser.de/suche/behoerden/. Wählen Sie dort „Gewerbeamt“ und geben Sie anschließend die Postleitzahl oder den Ort an, in dem Sie Ihr Unternehmen gründen möchten. Sie erhalten alle Kontaktdaten und Öffnungszeiten des zuständigen Gewerbeamtes. Oft finden Sie auf den Internetseiten der Gewerbeämter Formulare zur Gewerbeanmeldung; manche Ämter erwarten, dass solche Formulare bereits ausgefüllt zu einem persönlichen Termin mitgebracht werden.
Für die Anmeldung eines Gewerbes benötigen Sie:

  • Einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, manchmal auch eine Meldebescheinigung vom Einwohneramt.
  • Einen Nachweis, dass Sie die Anforderungen an den Berufsstand erfüllen. 
  • Eine Aufenthaltsgenehmigung, die die Erlaubnis beinhaltet, eine selbständige gewerbliche Tätigkeit auszuüben.
  • Zehn bis 50 Euro für die Anmeldegebühr.
  • Für erlaubnispflichtige Gewerbe benötigen Sie zudem ein polizeiliches Führungszeugnis oder die Auskunft aus dem Gewerbezentralregister.
  • Für Reisegewerbe benötigen Sie eine Reisegewerbekarte. Dazu müssen Sie zusätzlich ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und eine Gebühr zwischen 40 und 770 Euro zahlen. Die Reisegewerbekarte müssen Sie bei der Ausübung Ihrer Tätigkeit immer mitführen.

Eine freiberufliche Tätigkeit anmelden
Wenn Sie sich in einer freiberuflichen Tätigkeit selbständig machen wollen, müssen Sie sich beim Finanzamt anmelden. Die Meldung erfolgt formlos, das heißt, es gibt kein Formular, sondern Sie formulieren selbst einen Brief mit einer kurzen Beschreibung ihres Gründungsvorhabens. Das Finanzamt schickt Ihnen daraufhin einen „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ und erteilt Ihnen eine Steuernummer. Außer der Anmeldung beim Finanzamt sind für die meisten freiberuflichen Tätigkeiten bestimmte Qualifikationen, finanzielle Voraussetzungen und oder andere Bedingungen zu erfüllen. Diese Anforderungen erfahren sie hier.


Sie haben Fragen zu den Anforderungen einer Selbständigkeit? Sie wünschen sich Unterstützung dabei, alle erforderlichen Unterlagen zu bekommen? Wenden Sie sich an eine unserer Ansprechpersonen – wir helfen Ihnen weiter!

Ansprechpersonen

Dr. Ralf Sänger

Dr. Ralf Sänger
IQ Fachstelle Migrantenökonomie
Mainz
+49 (0)6131 9061855
E-Mail

Rainer Aliochin

Rainer Aliochin
AAU e.V.
Nürnberg
+49 (0)911 23986689
E-Mail