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Anerkennung in Deutschland

Was brauche ich?

Sie sind nach Ihrem Anerkennungsgesuch als Flüchtling anerkannt worden und Sie haben einen der folgenden Aufenthaltstitel: § 18a AufenthG; § 22 Satz 1 AufenthG; § 23 Abs. 1 AufenthG; § 23a AufenthG; § 24 AufenthG; § 25 Abs. 3 AufenthG; § 25 Abs 4, Satz 1 AufenthG; § 25 Abs. 4, Satz 2 AufenthG; § 25 Abs. 4a AufenthG; § 25 Abs. 4b AufenthG; § 25 Abs. 5 AufenthG; § 25a Abs. 1 AufenthG; § 25a Abs. 2, Satz 1 AufenthG; § 25 Abs. 2, Satz 2 AufenthG. Dann können Sie in Deutschland selbständig tätig werden.

Sie müssen bei der zuständigen Ausländerbehörde die Erlaubnis zur Ausübung einer Selbständigkeit nach § 21 Abs. 6 AufenthG beantragen. Dieser gestattet Ihnen eine selbständige Tätigkeit. Ihren bisherigen Aufenthaltstitel behalten Sie weiter.

Hier erfahren Sie, wo und wie Sie den erforderlichen Aufenthaltstitel beantragen und anschließend Ihre selbständige Tätigkeit anmelden. Diese Schritte unterscheiden sich, wenn Sie ein Gewerbe eröffnen möchten oder als Freiberufler/in selbständig werden möchten.

Gewerbe oder freier Beruf

Was ist ein Gewerbe? Was ist eine freiberufliche Tätigkeit?


Aufenthaltstitel beantragen

Wenn Sie ein Gewerbe eröffnen oder sich in einem freien Beruf selbständig machen wollen, dann müssen Sie die Erlaubnis zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit bei der Ausländerbehörde nach § 21 Abs. 6 AufenthG beantragen. Die Ausländerbehörde verlangt einen Businessplan, in dem Sie Ihre selbständige Tätigkeit beschreiben und Ihre Berufserfahrungen oder Ihre Erfahrungen als Selbständig/e benennen. Auch müssen Sie den Nachweis erbringen, dass Sie die formalen Anforderungen und Qualifikationen für Ihre selbständige Tätigkeit erfüllen. Die Beurteilung Ihrer Unterlagen richtet sich hauptsächlich nach der wirtschaftlichen Tragfähigkeit Ihrer Geschäftsidee – können Sie Gewinn erzielen? – und Ihren unternehmerischen Erfahrungen.


Businessplan

Wir empfehlen Ihnen die Erstellung eines Businessplanes, um Ihr Unternehmen in Deutschland von Anfang an richtig aufzubauen. Ein Businessplan hilft Ihnen nicht nur, Ihre Schritte zur Gründung und die Anforderungen für eine Gründung besser zu überblicken und zu reflektieren. Er ist in den meisten Fällen auch erforderlich, wenn Sie Finanzmittel, beispielsweise als Kredit von einer Bank, benötigen.
In einem Businessplan steht vor allem: Warum Ihre Idee gut ist. Wer Ihre Kunden sind und wie Sie Ihre Kunden erreichen. Warum Sie besser als die Konkurrenz sind. Wie Sie mit Ihrem Unternehmen Geld verdienen können. Wie Sie Ihr Unternehmen finanzieren.

Wenn die Auslandsvertretung meinen Antrag ablehnt

Nehmen Sie in diesem Fall vor allem die Unterstützung von Beraterinnen und Beratern in Anspruch; wenn Sie keinen Berater oder Beraterin haben, wenden Sie sich an unsere Ansprechpersonen. Diese werden Sie bei folgenden Schritten begleiten:

  • Bitten Sie die Auslandsvertretung, Ihnen schriftlich die Gründe für die Ablehnung mitzuteilen.
  • Vielleicht sind es nur formale Gründe, die zu einer Ablehnung führten.
  • Sollten es inhaltliche oder sonstige Gründe sein, werden wir versuchen, Ihnen weiterzuhelfen.

Rufen Sie uns an oder mailen Sie uns, wenn Sie Fragen haben!
Wir zeigen Ihnen kreative Wege.


Anmeldung der selbständigen Tätigkeit

Wenn Sie von Ihrer Ausländerbehörde einen positiven Bescheid bekommen, ist der nächste Schritt für den Start in Ihre Selbständigkeit in Deutschland eine Gewerbeanmeldung oder die Registrierung beim Finanzamt. Letztgenanntes gilt für freie Berufe.


Ein Gewerbe anmelden
Für die Anmeldung Ihres Gewerbes gehen Sie zum Gewerbeamt der Stadt, der Gemeinde oder des Landkreises, in dem Sie leben beziehungsweise in dem Sie sich selbständig machen wollen. Die Kontaktdaten des Gewerbeamts erhalten Sie im örtlichen Bürgerbüro oder Sie schauen im Internet nach, unter: www.bmwi-wegweiser.de/suche/behoerden/. Wählen Sie dort „Gewerbeamt“ und geben Sie anschließend die Postleitzahl oder den Ort an, in dem Sie Ihr Unternehmen gründen möchten. Sie erhalten alle Kontaktdaten und Öffnungszeiten des zuständigen Gewerbeamtes. Oft finden Sie auf den Internetseiten der Gewerbeämter Formulare zur Gewerbeanmeldung; manche Ämter erwarten, dass solche Formulare bereits ausgefüllt zu einem persönlichen Termin mitgebracht werden.

Für die Anmeldung eines Gewerbes benötigen Sie:

  • Einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, manchmal auch eine Meldebescheinigung vom Einwohneramt.
  • Einen Nachweis, dass Sie die Anforderungen an den Berufsstand erfüllen.
  • Zehn bis 50 Euro für die Anmeldegebühr.
  • Für erlaubnispflichtige Gewerbe benötigen Sie zudem ein polizeiliches Führungszeugnis oder die Auskunft aus dem Gewerbezentralregister.
  • Für Reisegewerbe benötigen Sie eine Reisegewerbekarte. Dazu müssen Sie zusätzlich ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und eine Gebühr zwischen 40 und 770 Euro zahlen. Die Reisegewerbekarte müssen Sie bei der Ausübung Ihrer Tätigkeit immer mitführen.

Eine freiberufliche Tätigkeit anmelden
Wenn Sie sich in einer freiberuflichen Tätigkeit selbständig machen wollen, müssen Sie sich beim Finanzamt anmelden. Die Meldung erfolgt formlos, das heißt es gibt kein Formular, sondern Sie formulieren selbst einen Brief mit einer kurzen Beschreibung ihres Gründungsvorhabens. Das Finanzamt schickt Ihnen daraufhin einen „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ und erteilt Ihnen eine Steuernummer. Außer der Anmeldung beim Finanzamt sind für die meisten freiberuflichen Tätigkeiten bestimmte Qualifikationen, finanzielle Voraussetzungen und oder andere Bedingungen zu erfüllen. Diese Anforderungen erfahren Sie hier.

Sie haben Fragen zu den Anforderungen einer Selbständigkeit? Sie wünschen sich Unterstützung dabei, alle erforderlichen Unterlagen zu bekommen? Wenden Sie sich an eine unserer Ansprechpersonen – wir helfen Ihnen weiter!

Ansprechpersonen

Dr. Ralf Sänger

Dr. Ralf Sänger
IQ Fachstelle Migrantenökonomie
Mainz
+49 (0)6131 9061855
E-Mail

Rainer Aliochin

Rainer Aliochin
AAU e.V.
Nürnberg
+49 (0)911 23986689
E-Mail